ABA (Verhaltenstherapie)

AuJA versus ABA: Dieser schöne Artikel in der TAZ bringt das auf den Punkt was wir schon lange in unseren VHS Vorträgen und Seminaren aufzeigen: „Es ist den meisten Anbietern und Eltern, die ABA anwenden, zu unterstellen, dass sie es gut meinen. Aber die Frage muss erlaubt sein, ob das Ziel, einen Menschen einer selbst definierten Norm zu unterwerfen, statt ihn in all seinen individuellen Bedürfnissen zu fördern, ein wünschenswertes Ziel auf dem Weg zur Inklusion ist.
„Ich habe im Zusammenleben mit meinem Kind in all den Jahren gelernt, dass das Wichtigste ist, den Autismus zu akzeptieren, und nicht gegen ihn anzukämpfen“, sagt Katja S. „Selbstverständlich bedeutet das auch, dass Kinder gefördert werden müssen, aber nicht um den Preis, dass sie sich selbst verleugnen und ihre Persönlichkeit verbiegen. Mit Angst und Schuldgefühlen von Eltern zu arbeiten ist in höchstem Maße unseriös.“ Eine Nennung von Alternativen wie AuJA, son-rise oder Mifne wäre schön gewesen, liebe TAZ! Zum gesamten Artikel hier: http://m.taz.de/Umstrittene-Autismus-Therapie/!5358260;m/

 

Dieser Radiobeitrag über ABA : „ABA ist eine ganz gefährliche Sache“ wird noch deutlicher: http://dradiowissen.de/beitrag/autismus-marlies-huebner-kritisiert-aba-therapie :

Im Folgenden kommen die zu Worte, die selbst jahrelange Erfahrungen mit ABA gemacht haben und dann zu AuJA gewechselt sind und/ oder Autisten selbst . Im Laufe der Zeit werden wir hier noch weitere Erfahrungen posten.

Denn nur informierte Eltern können auch frei wählen und entscheiden welchen Weg und mit welcher inneren Haltung Sie ihrem Kind helfen und begegnen wollen.

Text zum Video oben: „Es geht um Freiheit“ In was für einem Verhältnis steht die Auja-Methode eigentlich zur Verhaltenstherapie (ABA), der am weitesten verbreiteten Therapieform bei Autismus?
„Es gab keine Freiheit für ihn und keine Freiheit für uns“, fasst Jutta, eine Helferin der Startwoche für Fabienne, ihre Erfahrungen mit ABA für einen anderen Autisten zusammen. „Irgendwann ging es mit ABA nicht weiter.“
Anlässlich eines (ergreifenden) Films über ein Theaterprojekt mit autistischen Kindern und ihren Eltern in den Vereinigten Arabischen Emiraten, der gestern (Do.,19.5.16) von der Botschaft der VAR gezeigt wurde, kam die Diskussion auch auf die Frage, was die Verhaltenstherapie bei Autismus leisten kann.
Helferin Jutta hatte jahrelang Verhaltenstherapie (ABA) mit einem autistischen Jungen gemacht. Erst mit Auja hat sie ihn kennen gelernt! „Da öffnen sich dir Welten!“

Auf der oben genannten Diskussion vom 19.05.16 wurde auch mal wieder ABA als die  einzige „evidenzbasierte“ Therapieform präsentiert.

Hierzu der Autismus-Fachbuch-Autor und Autismusberater Bernhard Schmidt, selbst Autist:

„…Und nein, ABA ist keine Antwort! Sondern eine pseudowissenschaftliche Ideologie.

Eine Ideologie erkennt man vor allem an einem exklusiven Heilsversprechen
Also „ABA heilt“ als Versprechen, und exklusiv weil a) angeblich „nur ABA heilt“  sowie die Betrachtung und Erfassung b) der „Nebenwirkungen“ und c) von Alternativen ausgeschlossen wird.
Keine Ideologie kann wissenschaftlich sein aufgrund des starren Dogmas und fehlender Selbst-/Kritik. Aber die ABA-Zunft ist zusätzlich pseudowissenschaftlich, weil sie sich – trotz des Verstosses gegen fast alle Regeln der wissenschaftlichen Methodik – gerade als die einzige vermeintlich „evidenzbasierte“ Therapieform präsentiert. Dies wird dann hauptsächlich durch rhetorische Spiegelfechterei und Selbstimmunisierung aber nicht durch Fakten vertreten.“

Quellen u.a.:
Lynn Waterhouse – „Rethinking autism“
T Hirvikoski, U Jonsson, L Halldner, A Lundequist… – „A Systematic Review of Social Communication and Interaction Interventions for Patients with Autism Spectrum Disorder“
S. Bölte – „The good, the bad and systematic reviews“ autism 2015
S. Bölte – „The power of words: Is qualitative research as important as quantitative research in the study of autism?“ autism 2014
Schmidt, Bernhard J. – „Autist und Gesellschaft – Ein zorniger Perspektivenwechsel. Band 1: Autismus verstehen“

Verfolgen Sie die ganze Diskussion zu dem oben genannten Zitat hier: http://aspie-rin.info/?p=448