Fragen und Antworten

Was ist AuJA?

AuJA ist ein beziehungs- und kindzentriertes Spielprogramm für die gesamte Familie: Ganzheitlich, systemisch, Ressourcen orientiert und im gesellschaftlichen Verbund. Wir bringen in erster Linie den Eltern selbst bei, wie sie  spielerisch die sozialen Kompetenzen (Blickkontakt, Sprache, Interaktion und Flexibilität) ihres Kindes fördern können. Unsere Angebote machen alle Beteiligten spontaner, kreativer und  glücklicher in der gemeinsamen Interaktion und Kommunikation.

Das Feedback von Eltern, Familienmitgliedern, aber auch Lehrern, Erziehern, Einzelfallhelfern,Schulhelfern, Logopäden, Ergotherapeuten, Psychologen, Ärzten, Jugendämtern und  vor allem Autisten selbst, die unsere Vorträge, Seminare, Start-oder Jahrestrainings besucht haben spricht für sich:

„Dieses Programm ist ja nicht nur für autistische Kinder  gut, sondern für alle Kinder.“

„So sollte man doch mit jedem Kind umgehen.“

AuJA ist keine Therapie und im Gegensatz zu  so genannten  Autismus- Therapien  nahe liegend, logisch und zutiefst menschlich.

Denn ein Kind, ob autistisch oder nicht, ist vor allem eins: Ein Kind. Und jedes Kind lernt vor allem durch eins: Durch Spielen. Und jeder Mensch, ob autistisch oder nicht hat ein Potential. Und jedes Potential kann sich entfalten. Dafür braucht es genügend  Zeit, Raum und ein wohlwollendes liebevolles Umfeld. Und  natürlich ein wenig Know How. Dabei gilt die neue Autismus- Theorie und und die dynamische Sozialpsychologischen Perspektive uns von AuJA als Kompass und Grundlage.

Und Eltern autistischer Kinder sind vor allem eins: Die wichtigste Ressource und die besten eigenen Experten für ihr eigenes Kind. Sie haben die Fähigkeit intuitiv, zweckmäßig, dienlich und sinnvoll mit ihren Kindern umzugehen und diese auch in ihrer Entwicklung zu fördern oder zu mindestens wieder in diesen liebevollen, angstfreien und selbstsicheren intuitiven Zustand zurück zu gelangen, dies tun zu können. Genau hier setzt AuJA an.

Darf man AuJA als Therapie bezeichnen?

Nein! Es ist ein Förderprogramm. Eine Methode, eine  Förder-Ansatz entwickelt aus der Spiel-(und Theater)pädagogik. So wie man Eltern von Nicht-Autisten erlaubt ihre Kinder z.B. durch reformpädagogische Angebote ( nach Emmi Pikler, Maria Montessori, Elfriede Hengstenberg, Wild etc.) in ihrer Entwicklung und in Ihren Entfaltungsmöglichkeiten zu fördern, so haben Eltern von Autisten nun auch endlich das gleiche Recht und die gleiche Wahlmöglichkeit durch AuJA bekommen. Aus welchen Gründen auch immer wurde in den letzten Jahrzehnten eine solche Wahlmöglichkeit für Eltern autistischer Kinder in Deutschland weder angestrebt (?), (weiter-) entwickelt bzw. angeboten. Und sogar Reformpädagogen selbst haben Eltern von Autisten fast ausschließlich an die üblichen Verdächtigen ( ABBA, TAECCH, PECS und co.) verwiesen, teilweise aus Ermangelung an Alternativen. Ein Umstand mit zum Teil fatalen Folgen, die erst Jahre Später von Erwachsenen Autisten selbst aufgedeckt wurden bzw. werden:

„Die Situation von Autisten in Deutschland ist katastrophal. Ausgegrenzt und marginalisiert, von sozialer Teilhabe und dem ersten Arbeitsmarkt weitestgehend ausgeschlossen, haben Autisten eine niedrige gesundheitsbezogene Lebensqualität und ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko. Autisten werden besonders häufig Opfer von Mobbing und begehen überdurchschnittlich häufig Suizid.
Dabei gäbe es einfache Mittel und Wege, diese Situation zumindest in Teilbereichen schnell zu verbessern.
Doch die vermeintlichen Vertreter weigern sich diese umzusetzen. So wie sich vor ca. 150 Jahren Ärzte weigerten, sich die Hände zu waschen, um die Sterblichkeitsrate im Krankenhaus zu senken.“ Aus Autismus- wenn Händewaschen hilft von Bernhardt J. Schmidt

Für welchen Bereich des Autismus Spektrums ist AuJA geeignet? Eher frühkindlicher Autismus oder auch Asperger?

AuJA eignet sich sowohl bei frühkindlichen, als auch atypischen und Asperger Autismus. Was die innere Haltung, die wertschätzende und gewaltfreie Kommunikation und Interaktion zum gegenüber betrifft sind hier keine Unterschiede zu machen.

Für welchen Altersbereich ist AuJA geeignet?

Jeder Mensch ist der Sohn oder die Tochter von jemanden, egal wie alt er ist. Solange auch nur ein Elternteil, Familienmitglied oder Schutzbefohlener an den Autisten und seine Entfaltungsmöglichkeiten glaubt, spielt das Alter keinerlei Rolle.

Ist AuJA auch für autistische Kinder mit einhergehender geistiger Behinderung geeignet?

Jeder Mensch hat ein Potential zu Lernen und zu wachsen, das sich mit genügend Zeit, Raum, dienlicher innerer Haltung und Zweck mäßiger Benutzung seines ihm zur Verfügung stehenden biologischen Apparates entfalten kann. Daran glauben wir. Wenn Eltern an ihre Kinder glauben – dann glauben wir an diese Eltern und unterstützen sie mit AuJA. Von uns werden Eltern nie zu hören bekommen was ihre Kinder nie werden tun, erfahren oder erleben werden können.

Eltern von Autisten stehen laut Studien unter großem Stress. Was bringt AuJA für die Eltern?

1. Der eigene Glücklichkeitsfaktor

2. Der eigene Gesundheitsfaktor

3. Der eigene Freiraumfaktor

4. Der Ehe bzw. Beziehungsfaktor zwischen beiden Elternteilen stieg bisher bei allen teilnehmenden Eltern des Jahrestrainings.

Somit auch das Erleben und die Verarbeitung von Stress.

AuJA soll die Kommunikation zwischen Eltern und autistischem Kind verbessern. Wie aber steht es mit der Kommunikation von Autisten mit anderen?

Abhängig vom Alter bzw. Entwicklungsstand ist Interaktionspartner am Anfang die Mutter, dann die Familie und erst dann eine größere Gruppe. Das Kind erfährt Kommunikation und Vertrauen als erstes in seiner Kern-Familie. Dies ist die Basis für alle weiteren Kommunikationen mit anderen Menschen/Gruppen, als auch später in der Schule etc.. AuJA setzt genau bei dieser Basis an.

Nicht alle Eltern sind so spontan und offen, dass Improvisationstheater für sie ein Weg ist. Bietet AuJa auch „leichtere“ Wege, oder ist Improvisationstheater immer Voraussetzung?

Kein Elternteil wird bei uns zum Improtheater spielen gezwungen. Es geht uns vielmehr um die Innere Ja-Haltung, dass Annehmen und akzeptieren von Neuen, Fremden und Ungewohntem, die durch das Improtheater Spielen kultiviert werden kann. Improtheater trainiert spielerisch die Spontanität, Flexibilität, Kreativität und sozialen Kompetenzen auf Seiten der Eltern durch Technilken aus der Spiel-und Theaterpädagogik. Alles Eigenschaften, die sich die Eltern von ihrern Kindern wünschen. Durch das Improtheater spielen gehen die Eltern hier systemisch in Vorkasse, leben es selber vor, was sie sich von ihren Kinder wünschen. Eben nur auf eine andere Art und Weise und auf ihrem (Entwicklungs)niveau. Dadurch werden/ sind sie in ihrer eigenen Kommunikation und dem Ausdrücken ihrer Wünsche gegenüber dem autistichen Kind authentischer, machen selbst Erfahrungen mit inneren Blockaden, undienlichen Glaubenssätzen und Grundüberzeugungen, die sich beim Prozess des miteinander improvisierens offenbaren und verändert werden können. Durch das Improtheater können die Eltern lernen „gute Versucher“ zu werden und nicht alles all zu perfektionistisch zu sehen. Siehe hierzu auch den Artikel „Improvisation ist Einstellungssache“ von Linda Polonyi über die Arbeit mit Deniz Döhler, Co-Gründer von AuJA

Wo wird das AuJa-Programm in Deutschland bisher angeboten?

Das AuJA -Programm wird überall in Deutschland angeboten, denn sowohl die Startrainings als auch die Jahrestrainings können je nach Absprache direkt im eigenen häuslichem Umfeldes des Kindes und / oder bei einer Gastfamilie bei den Eltern vor Ort bzw. Nähe  stattfinden und   im Autismus-Solidarhotel: Der goldene Stern im Fichtelgebirge: www.solidarhotel.de

Was sind die nächsten Schritte von AuJA in Deutschland?

Die Verbreitung unseres Dokumentarfilms über die AuJA-Methode, so wie weitere Vorträge und Seminare an den Volkshochschulen um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Es sind allerdings keine Zertifizierungen in AuJA geplant. Uns schwebt eher vor das Ganze als Selbsthilfe Projekt in Zusammenarbeit mit einem Sponsor oder gar einer Krankenkasse zu gestalten und so weiter zu entwickeln,  dass sich Eltern und/oder Autisten , die unsere Jahrestrainings durchlaufen haben selbst zu Übungsleitern, Mentoren/ Wegbegleiter für andere Familien in einer Startwoche oder Jahrestraining werden. Diese wollen wir dann regelmäßig fortbilden und Supervision anbieten durch AuJA. Dadurch soll dem Phänomen der „Identitätsbildung Autismus-Therapeut“ auf Kosten und auf den Rücken uns Eltern und unserer Kinder entgegengewirkt werden. Eltern und Betroffene sollen in eine Art Selbstermächtigung gelangen und sich gegenseitig unterstützen und begleiten können, informiert und kompetent auf Augenhöhe mit Therapeuten, Ämtern und dem Schul-und Bildungssystem Entscheidungen pro und vor allem mit und nicht länger nur über ihre autistischen Kindern treffen können.

Erhalten Sie Unterstützung von Autismus Deutschland, der Aktion Mensch oder … ?

Nein, zur Zeit gibt weder eine Unterstützung noch eine Nennung oder gar Verlinkung auf uns oder unsere Seite.(Stand 16.06.2017) Obwohl bereits in 2012 und 2017 Autismus Deutschland und andere Organisationen von uns diesbezüglich angeschrieben wurden. Wir werden unterstützt von den auf unserer Seite genannten Sponsoren. Keine Nennung von Alternativen zu ABA, TAECCH, Pecs und co, wie z.B. die Beziehung orientierten und/oder vom Kind initiierten Methoden, wie z.B. Mifne (Israel), Son-Rise® (USA), CSL (NL) oder unserem AuJA  Ansatz (Deutschland) kommt unserer Meinung nach einer unterlassenen Hilfeleistung gleich.

So bleiben die wesentlichen Fragen Des Autismus- Beraters und Autismus-Fachbuch- Autors  J.Bernhard Schmidt nicht nur unbeantwortet, sondern überhaupt ungefragt.
Die Fragen, die da lauten:

1.) Wieviele der (vorsichtig) geschätzten 80.000 Autisten (1/1000) in Deutschland verzweifeln gerade an ihrem Leben, weil die Umwelt sie nicht versteht, sie ausgegrenzt und marginalisiert werden?
2.) Wieviele stecken gerade in einer tiefen Depression?
3.) Wieviele stehen kurz vor einem Suizid?
4.) Wieviele sind bei Psychotherapeuten in Behandlung, die von Autismus keine Ahnung haben?
5.) Wieviele autistische Kinder erhalten nicht die Förderung und Hilfen, die möglich wären?
6.) Wieviele Eltern autistischer Kinder sind gerade der Verzweiflung nahe, weil sie ihren Kindern helfen wollen, aber anscheinend niemand Antworten hat auf die drängenden Fragen?

Und daraus resultieren die Fragen an alle Autismus-Vereine und -Vertreter:

1.) Werden wir unserer Verantwortung gegenüber den o.g. Menschen gerecht?
2.) Hilft das Verbreiten von falschen bzw. unwichtigen Informationen den verzweifelten Menschen oder ist es eher schädlich?
3.) Wie schuldig machen wir uns am Leid der Menschen durch das Unterdrücken von hilfreichen Informationen?
4.) Suchen wir genug nach besseren Antworten, Hilfsangeboten, …?
5.) Sind wir mutig und verwegen genug?