Luka – der Anfang von AuJA

AuJA – Wie alles begann!

NDR-Fernsehbeitrag aus 2008. Achtung: Es enthält musikalische Untermalung!

Wir bitten zu beachten: Wir haben seit 2008 viel dazu gelernt und sehen viele Dinge mittlerweile anders: So würden wir heute Wörter wie „Störung“ und „Heilung“ nicht mehr im Zusammenhang mit Autismus bringen.

Luka ist der Sohn von Christiane und Deniz Döhler, den Gründern vom Artists meet Autism e.V. und von AuJA – Autismus akzeptieren und Handeln! 

Hier seine Geschichte:

Luka nahm nichts in den Mund, wir durften ihn nicht im Gesicht berühren. Er lehnte es ab, mit einem Löffelchen gefüttert zu werden, das Abstillen wurde ein Albtraum. Schließlich verweigerte er Beikost total, und mit knapp einem Jahr wog Luka weniger als 7 Kilogramm.

Er spielte nicht wie andere Kinder, sondern ließ Objekte, wie beispielsweise eine Schüssel, stundenlang kreiseln. In Gegenwart von gleichaltrigen Kindern wirkte er verloren, bewegte sich entweder gar nicht vom Fleck oder weinte, wenn es ihm zu laut wurde. Irgendwann begann er, die Kinder in seiner Krabbelgruppe ins Gesicht zu kneifen. Keine pädagogische Herangehensweise half, dieses Verhalten zu korrigieren. So vermieden wir den Kontakt mit gleichaltrigen Kindern.

Im Alter von 19 Monaten hatte Luka keinen Zugang zu Sprache, nicht einmal auf seinen Namen reagierte er, geschweige denn sprach er. Er zeigte nicht auf Gegenstände, um etwas zu bekommen, sein Blickkontakt war unvollständig und Luka hatte kein Gefühl für Gefahr.

In dem Maße, wie Luka „sonderbarer“ wurde, gestaltete sich unser Familienleben anstrengender. Mit 22 Monaten erhielt er die Diagnose „dringender Verdacht auf frühkindlichen Autismus“, und im Alter von 4 Jahren wurde der Verdacht dann bestätigt.

Unsere Probleme hatten einen Namen bekommen, damit wurden wir handlungsfähig und begannen unsere Recherche zum Thema Autismus. Ergebnis: Wir als Kommunikationsexperten und Trainer für Interaktion sollten ein Kind bekommen haben, dem unsere gelebte Realität verschlossen sein sollte?

Zunächst hielten wir das für einen schlechten Witz – da waren wir in unserer Wut.

Dann begannen wir dem Glauben zu schenken, was wir überwiegend lasen und hörten (man kann wenig tun) – da wurden wir „realistisch“ … und depressiv.

Schließlich hörten und lasen wir immer mehr international (man kann eine Menge tun), erinnerten uns daran, dass wir von Beruf eigentlich „Querdenker“ sind –
da waren wir wieder motivierte & entschlossene Optimisten.

Lukas Spielraumprogramm bei uns zu Hause dauerte über 7 Jahre.

 

Was so mancher Experte für unmöglich gehalten hatte wurde wahr: Luka ist zu einem spontanen, lebendigem und diskutierfreudigen Jungen mit Freunden und vielen Interessen herangewachsen. So sieht man Ihm am Ende des Videos hier oben mit seinem Vater Deniz Döhler Improtheater vor einem Publikum spielen. ( Siehe auch Videos unter Improvisationstheater als Kommunikationstraining für Autisten und Nicht-Autisten) Darüberhinaus spielte Luka eine Zeit lang im Kinderbasketball-Team von Alba Berlin, und seit neuestem interessiert er sich für’s Klettern und das gewaltfreie Rai- Reiten. Unsere Reise verlief nicht geradlinig. Dafür, dass andere Eltern einfacher, schneller und entspannter sich selbst und ihren Kindern helfen können, entwickelten wir unsere Trainings. Im 6-Punkte-Leitfaden (siehe AuJA- das Buch) und im Dokumentarfilm AuJA- 5 Tage für neue Hoffnung ( sie AuJA- der Film) stellen wir unser Spielraum-Konzept in der Essenz vor.

Wo das Spielraumprogramm unseres Kindes in 2015 seinen bisherigen Höhepunkt erreichte und nun seinem Ende entgegengeht, beginnt in einer anderen Stadt bei einer weiteren Familie eine neue Reise: für ein Kind, das heute vielleicht noch nicht spricht oder dem Berührung so unerträglich ist, dass es bei jedem Körperkontakt schreit. Mit viel Liebe und Enthusiasmus, Hand in Hand mit derzeit noch fremden Menschen, getragen von einer gemeinsamen Vision wird eine Brücke gebaut, und in der Sicherheit des eigenen Spielraumes kann sich das Kind entscheiden, diese Brücke zu betreten oder gar zu überqueren. Das ist unsere Mission!

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne: Besuchen sie auch unsere „nostalgische“ Webseite aus 2008 www.fuer-luka.de

Wir bitten zu beachten: Wir haben seit 2008 viel dazu gelernt und sehen viele Dinge mittlerweile anders: So würden wir heute Wörter wie „Störung“ und „Heilung“ nicht mehr im Zusammenhang mit Autismus bringen.